Gratis Workshop
 
     
   
  



KLEINER MANDOLINEN WORKSHOP


Dieser kleine gratis Workshop bietet die Möglichkeit, ein Mandolinenstück zu erlernen. Es handelt sich um das Solo des Mandolinenstücks „Big Lick“ in A-Dur von Rupert Paulik, das eigens für Mandoline geschrieben wurde. Im Folgenden werden vier Arbeitsschritte demonstriert, die als grundsätzliche Vorgehensweise und Lerntechnik auf jedes andere zu erlernende Mandolinenstück übertragen werden kann. Zunächst sind sechs Dateien (eine PDF-Datei/Adobe Acrobat Reader und fünf MIDI-Sequenz-Dateien/Windows Media Player) als Download zur Verfügung gestellt, die für diese vier Arbeitsschritte benötigt werden.


1. Schritt: Zu Beginn ist es sinnvoll, das Stück als Ganzes (Solo plus Band) im Originaltempo anzuhören um einen Gesamteindruck zu bekommen und den Charakter des Stückes auf sich wirken zu lassen:
Download: BigLick_Solo plus Band_132bpm.wma (20kB)


2. Schritt: Als nächstes ist es wichtig, sich eingehend mit dem Notenmaterial (Tabulatur & Noten) auseinander zu setzen. Dabei ist es wichtig, den kompositorischen Aufbau des Stückes zu verstehen. „Big Lick“ hat drei Teile, wobei die Parts I und II wiederholt werden, Part III hingegen nicht. Dann beginnt die Beschäftigung mit dem Rhythmus und der Melodie, d.h. die Länge der Notenwerte (½, ¼, ⅛ Note) und der unterhalb der Tabulatur aufgeführte Fingersatz der linken Hand
(=Zeigefinger‚ =Mittelfinger, =Ringfinger, =Kleiner Finger) ist zu analysieren. Auch der Auf- und Abschlag (Auf=V, Ab=Π, ---ι=Schlagrichtung wir beibehalten) der rechten Hand muss genau erarbeitet werden, weil von ihm die charakteristische Betonung und Akzentuierung innerhalb der Melodie abhängt. Bei folgenden Durchspielen sollte sich die Geschwindigkeit strikt danach richten, dass bei jedem Ton alle diese Aspekte berücksichtigt werden können. Die Hände sollten nicht schneller sein als der Kopf, sonst schleichen sich schnell Fehler und schlechte Gewohnheiten ein! Die Effekte wie „Slides“ (z.B.: in den Takten 4/12/16/22) sollten zunächst ignoriert werden und erst später dazukommen:
Download: BigLick_Tabulatur & Noten.pdf (195kB)


3. Schritt: Zur Selbstkontrolle wird als dritter Arbeitsschritt zur Audio Spur (Solo minus Band) „unisono“ (ital.: Einklang) dazugespielt. Zunächst in einer langsamen Geschwindigkeit von 66 bpm laut Metronom (bpm=beats per minute, engl.: Schläge pro Minuten). Dann wird das Tempo langsam (!!!) bis auf die Originalgeschwindigkeit (Metronom bei 132 bpm) herauf gesetzt. Das Tempo richtet sich nicht nach dem machbaren Maximum bei den leichten, sondern bei den schwierigen Passagen. Problematische Takte oder Läufe im Stück müssen isoliert und im Kreis gespielt werden, bis sie im Timing stabil sind. Weiter sollte vermehrt auf die Qualität des Tones geachtet werden. Die Töne dürfen nicht absterben oder schwach klingen, sondern sollten kräftig ausgespielt werden. Der Ton macht die Musik!:
Download: BigLick_Solo minus Band_66bpm.wma (9kB)
Download: BigLick_Solo minus Band_132bpm.wma (9kB)


4. Schritt: Als letzter Schritt wird das Zusammenspiel mit der Band erarbeitet. Dieses Schritt bringt die meiste Spielfreude mit sich, da es sich hier schon um gemeinsames Musizieren handelt. Vorrausetzung dafür ist eine souveräne Beherrschung des Solos aus dem 3. Schritt. Denn mit einer Band spielen, bedeutet den Kopf frei haben um die anderen Instrumente wahrzunehmen. Beim Dazuspielen (Band minus Solo) wird geübt, nicht auf sein eigenes Solo, sondern z.B. auf den Bass zu hören, da dieser in erster Linie das Timing in einer Band vorgibt. Das virtuoseste Solo verliert an Kraft, wenn es in einem nervösen, unstabilen und treibenden Timing gehalten ist. Daher wird in zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten geübt (Metronom bei 66 bmp und 132 bmp). Wenn bei 66 bmp das Timing stabil ist, ist die Gefahr bei 132 bmp zu treiben gebannt. Als letzten Punkt sollte man sich prüfen, ob man die drei Grundsätze von „Time“ (Wie ist mein Timing), „Tone“ (wie ist meine Tonentwicklung), „Tast“ (wie ist meine Melodieinterpretation durch Phrasierung, Akzentuierung, etc.) erfüllt:
Download: BigLick_Band minus Solo_66bpm.wma (14kB)
Download: BigLick_Band minus Solo_132bpm.wma (14kB)


Viel Spaß und gutes Gelingen....!

ÜBER DAS MANOLINENSTÜCK BIG LICK

Der Titel „Big Lick“ ist nicht nur eine Anspielung auf ein virtuoses Mandolinenspiel – „Lick“ ist der Fachbegriff für eine interessante Tonfolge oder einen schnellen Lauf – sondern auch eine Hommage an zwei Protagonisten der amerikanischen Kulturgeschichte. Während des French-Indian-War (1754-1763) inspizierte George Washington der „Father of the Nation“ in den Jahren 1732 bis 1758 die Gegenden des Roanoake River in West Virginia. Dabei kam er auch in die heutige Stadt Roanoak, die zuvor den Namen Big Lick trug. Und Bill Monroe der „Father of Bluegrass“ schrieb 1954 das Instrumental “Roanoake”.